von Linn Loher, Koordinatorin für Chancengerechtigkeit, Referat für Chancengerechtigkeit (Stabstelle des Landesbischofs)

Der Kompass ist ein Online-Tool, das Impulse für folgende Fragen gibt:

  • Was bedeutet Vielfalt für die Teilhabe?
  • Was kann jede*r Einzelne für mehr Vielfalt tun?
  • Wie können wir, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, für mehr Gerechtigkeit sorgen?

Vielfalt als Bereicherung – von diesem Standpunkt aus entwickelt und empfiehlt das Referat für Chancengerechtigkeit Maßnahmen zum Ausbau von Selbstbestimmung und gerechten Teilhabechancen im Bereich der Kirche. Mit dem Kompass für Chancengerechtigkeit erhalten kirchliche Einrichtungen und Gemeinden Impulse, um Vielfalt zu entdecken und zu beobachten.


Hindernisse, die zu Benachteiligungen oder Ausgrenzung führen, können so aufgespürt werden. Der Kompass liefert konkrete, praxisnahe und kostengünstige Hilfestellungen für mehr Chancengerechtigkeit in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.


Wir sind davon überzeugt, dass alle Menschen eine Würde besitzen und gleich viel wert sind. Ganz egal welches Geschlecht, welche Hautfarbe, welchen Schulabschluss oder wieviel Geld die Menschen im Geldbeutel haben. Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt. In unserer Gesellschaft, dürfen uns Benachteiligung und Diskriminierung deshalb nicht gleichgültig sein. Alle Menschen müssen faire Chancen zur Teilhabe an einem erfüllten Leben in unserer Gesellschaft bekommen.


Wir wollen Menschen, die benachteiligt sind oder ausgegrenzt werden, wahrnehmen und hören. Zum Beispiel bei der Bildung, auf dem Arbeitsmarkt oder bei der Freizeitgestaltung. Traditionelle Rollenbilder, bestehende Vorurteile und gewachsene Strukturen machen uns häufig blind. Wir sehen oft die Hindernisse nicht, mit denen Menschen zu kämpfen haben.

Wir leben in einer Demokratie, in einem gut funktionierenden Rechtsstaat und unsere Wirtschaft wächst. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass alle Menschen einen gerechten Zugang zu Ressourcen oder zur Teilhabe am gesellschaftlichem Leben haben. Das gilt auch im Bereich der Kirche. Deshalb müssen wir uns immer wieder neu fragen: Warum fehlen manche Gruppen oder Menschen mit „anderen“ Merkmalen in unserer Kirche? Reden wir nur oder wollen wir wirklich was tun?

Der Kompass der Chancengerechtigkeit ist ein web-basiertes Tool, das unterschiedlichen kirchlichen Einrichtungen Impulse für mehr Chancengerechtigkeit gibt. Die über 700 Fragen des Kompasses der Chancengerechtigkeit wurden in den vergangenen drei Jahren in verschiedenen Netzwerken und Workshops durch Ehrenamtliche und Hauptberufliche erarbeitet.

Vielfalt fördern heißt nicht, beliebige Menschen oder lauter verschiedene Menschen auf einmal einladen. Ein Beispiel: Regensburg ist die Stadt mit den meisten Singles! Vielleicht lohnt es sich, dort über die Situation von alleinstehenden Menschen nachzudenken? Wie kann man diese für Angebote gewinnen? Und wer soll eigentlich gewonnen werden? Hauptberufliche, Ehrenamtliche oder Besuchende? Um die individuellen Herausforderungen einer Einrichtung abzubilden und um möglichst konkrete Lösungsansätze aufzeigen zu können, bietet der Kompass vier Kategorien zur näheren Eingrenzung.

Die Internetseite ist barrierearm programmiert und die Texte sind in leicht lesbarer Sprache verfasst. Die Texte wurden von Prüfer*innen der Zielgruppe nach dem Qualitätsstandard von Capito geprüft. Die Texte sind mit dem „Leicht Lesen“ Gütesiegel der Verständlichkeitsstufe B1 gekennzeichnet. Darüber hinaus gibt es auf der Unterseite in Leichter Sprache auch einige Texte in der Verständlichkeitsstufe A1.
Die Konzeption ist zugänglich über die Internetadresse: https://chancengerechtigkeit.org/. Um den Kompass vollumfänglich nutzen zu können, ist eine Anmeldung erforderlich. Im Bereich für angemeldete Nutzer finden Sie eine konkrete Materialiensammlung für die Weiterarbeit z.B. für die barrierearme Gestaltung von Publikationen in Leichter Sprache.