von Marlies Barkowski, Projektleitung Evaluation Digitalstrategie, LKA

Über 130 Projekte rund um das Thema „Digitales“ wurden in den letzten drei Jahren im Rahmen der Digitalstrategie der ELKB finanziell gefördert. Das Ziel war, innovativen Ideen unkompliziert Starthilfe zu geben, um Erfahrungswerte direkt aus der Praxis zu sammeln: Wo liegen die Bedarfe und wo die Herausforderungen und Chancen von digitalen Projekten? Diese Erfahrungen sind ein wichtiger Wegweiser für die Digitalstrategie ab 2023.

Eine kurze Überblicksbetrachtung der Digitalstrategie zeigt, in welchen Feldern Projekte durchgeführt wurden. Während in den Bereichen Verkündigung, Digitales Arbeiten und Bildung zahlreiche Projekte beantragt wurden, gab es in den Bereichen Gemeinschaft, Vernetzung und Beratung, Hilfe bisher nur wenige digitale Projektideen.

Stand Januar 2022: 33 Projekte im Bereich Verkündigung | Musik | Spiritualität, 30 Projekte im Bereich Organisation | Verwaltung, 27 Projekte im Bereich Bildung, 19 Projekte im Bereich Kommunikation, 8 Projekte im Bereich Gemeinschaft, 4 Projekte im Bereich Beratung | Hilfe.

Die Antragstellenden kamen zum größten Teil aus Kirchengemeinden, der Erwachsenenbildung, der Jugendarbeit und dem Landeskirchenamt.

40 Projektanträge von Kirchengemeinden, 33 Projektanträge von Einrichtungen und Services wie der Erwachsenenbildung oder der Jugendarbeit, 20 Projektanträge aus Dekanaten bzw. Dekanatsbezirken, 14 Projektanträge aus dem Landeskirchenamt, 9 Projektanträge von Vereinen, 7 Projektanträge aus der Diakonie, 5 Projektanträge aus dem Hochschul-/Universitätsbereich.

Im Rahmen der Evaluation wurden die Projekte neben den sechs großen Kategorien Verkündigung | Musik | Spiritualität, Bildung, Beratung | Hilfe, Kommunikation, Gemeinschaft und Organisation | Verwaltung noch einmal in Unterkategorien systematisiert.

Die Projekte der Kategorie Verkündigung | Musik | Spiritualität teilen sich vor allem in die Übertragung von Gottesdiensten (24) und anderen Onlineverkündigungsprojekten (7). In der Kategorie Bildung gab es neben vereinzelten anderen Projekten vor allem Projekte aus den Teilbereichen E-Learning (11) und Digitale Kompetenz (11). In der Kategorie Beratung | Hilfe wurden ausschließlich Projekte im Bereich Seelsorge Online (4) verwirklicht. In der Kategorie Kommunikation gab es Projekte der Öffentlichkeitsarbeit (15) und der Internen Kommunikation (3). In der Kategorie Gemeinschaft waren es ausschließlich Vernetzungsprojekte (8). In der Kategorie Organisation | Verwaltung standen die Projekte im Zusammenhang mit Digitalem Arbeiten (19) und IT-Ausstattung (12).
Digitale Projekte und Herausforderungen: Wann? Wie? Wer?
Der Faktor Zeit wurde mit 20 Angaben in den Projektberichten als größte Herausforderung genannt, digitale Kompetenz stand mit 13 Angaben an zweiter Stelle, gefolgt von Corona, der Relevanz von Ehrenamtlichen und passendem Personal mit je 12 Angaben. Die Umstellung nach Corona und die Technik wurden jeweils 11-mal angegeben und die Kooperation mit externen Dienstleistern 5-mal.
Zeit als größte Herausforderung bei digitalen Projekten

Die Grafik zeigt: Eine Problematik, die sich durch alle Projekte gezogen hat, war die Zeit. Oftmals wurde unterschätzt, wie aufwendig sowohl die Einarbeitung in neue Technik wie auch die Erstellung digitaler Inhalte ist – vom attraktiven Flyer bis hin zur ansprechenden Gottesdienstübertragung.

Auf der Suche nach den passenden Mitarbeitenden

Eng verknüpft mit der Herausforderung „Zeit“ ist die Frage nach den Mitarbeitenden des Projekts. Herausgestochen ist in den Berichten der Projekte die Relevanz von engagierten Ehrenamtlichen – entweder mit Können im entsprechenden digitalen Feld oder mit der Zeit und der Motivation, sich entsprechend einzuarbeiten. Denn genau diese Ressourcen fehlen bei vielen hauptamtlich Mitarbeitenden.

„Der Projekterfolg steht und fällt mit den Ehrenamtlichen.“

Digitale Kompetenz in Kirche und Diakonie

Die Projektberichte haben einmal mehr eindrücklich gezeigt, wie wichtig es ist, die digitalen Kompetenzen der Mitarbeitenden in Kirche und Diakonie weiter auszubilden. Auch wenn manche Projekte durch einzelne digital affine Ehrenamtliche oder hauptamtlich Mitarbeitenden sehr erfolgreich umgesetzt werden konnten, war die mangelnde digitale Kompetenz oftmals der Grund, warum Projekte nicht wie erwartet durchgeführt werden konnten. Mithilfe der finanziellen Unterstützung konnte Equipment angeschafft werden – die Herausforderung war dann aber die Bedienung der technischen Geräte.

Digitalstrategie 2.0: Wie geht es nun weiter?

Standards – Innovation – Vernetzung – Digitale Bildung:

Diese vier Bausteine bilden den Kern der Digitalstrategie ab 2023.

Start des Digitalportals: Wissen bündeln, Netzwerke aufbauen, inspirieren

Ein erstes Ergebnis der Evaluation der Digitalstrategie war der Aufbau des Digitalportals in Kooperation mit zwei geförderten Vernetzungs-Projekten von AEEB und Diakonie: Ein einfach zugänglicher digitaler Ort, wo Wissen und Erfahrungen gebündelt und geteilt werden, wo Menschen im Bereich „Digitales“ in Kontakt treten können, wo Inspiration gefunden werden kann. Das Digitalportal begegnet den Herausforderungen „Zeit“, „digitale Kompetenzen“ und „Personal“ schon jetzt auf vielfältige Weise: Es gibt informative Artikel zu Projekten, Tools und mehr, des Weiteren einen Überblick über Veranstaltungen, Fortbildungen und Ansprechpersonen zu digitalen Themen. Nicht zuletzt wird dort auf das Netzwerk Digital verwiesen, das sich regelmäßig online austauscht. Das Digitalportal lebt von der Zusammenarbeit Mitarbeitender aus allen Bereichen von Kirche und Diakonie.

„Das Rad nicht hundertmal neu erfinden.“

Dieser Satz fällt immer wieder, wenn es um digitale Entwicklungen in Kirche und Diakonie geht. Genau an diesem Punkt setzt das Digitalportal als Ort für den Austausch von Wissen und Erfahrungen an.  

Von den Projekterfahrungen profitieren

Die Ergebnisse aus den Projekten der letzten drei Jahre waren nicht nur wichtige Indikatoren für die nächsten Schritte der Digitalstrategie. Auch zur Weiterentwicklung innerhalb der einzelnen Themengebiete wurden viele Erkenntnisse gewonnen. Diese werden nach und nach auf dem Digitalportal zur Verfügung gestellt. Außerdem wird es in den nächsten Monaten themenspezifische Runden mit den jeweiligen Projektverantwortlichen geben, um diese Erkenntnisse zu sammeln und den Austausch voranzubringen, so dass auch hier gezielt weitergearbeitet werden kann.

Eine neue Stelle für eine zentrale Organisation

Die beantragten Projekte haben Bedarfe aufgezeigt, innovative Ideen konnten erprobt werden. Nun gilt es, an den entsprechenden Stellen zielgerichtet weiterzuarbeiten, damit ELKB und Diakonie langfristig professionell digital agieren können. Für die zentrale Organisation dieses Prozesses wurde die neue Stelle eines Digitalmanagers/einer Digitalmanagerin in der ELKB geschaffen. Der/die Digitalmanger*in soll in Zusammenarbeit mit einem neu aufgebauten Team und in enger Abstimmung mit den Bereichen IT und Kommunikation gezielt ausgewählte Pilotprojekte begleiten und evaluieren, weiterhin Bedarfe erheben und an der Vernetzung und Kommunikation des Themas in der Landeskirche arbeiten.

„Statt an jeder Ecke ein anderes Tool einzusetzen, braucht es elementare Werkzeuge, die in der Landeskirche allen zur Verfügung stehen.“

Die Wertschätzung für digitale Kompetenzen und das Wissen um ihre Bedeutung hat in den drei Jahren, noch befeuert durch Corona, enorm zugenommen. Es wurden allein im Rahmen der Digitalstrategie zahlreiche Projekte entwickelt, ausprobiert, bewertet und entweder verworfen oder weiter ausgebaut. Der nächste Schritt ist nun, diese Ansätze zu bündeln und mit knapper werdenden Mitteln effektiver zu arbeiten.

Weitere finanzielle Mittel trotz Einsparmaßnahmen

Trotz der notwendigen Einsparungen in der Kirche wird es auch in den nächsten Jahren Fördermittel für digitale Projekte geben. Diese werden allerdings nach anderen Kriterien vergeben werden als bisher und in erster Linie dazu dienen, Lösungen für festgelegte Ziele zu finden.

Sobald wieder Anträge gestellt werden können, werden wir Sie hier auf dem Digitalportal darüber informieren – genauso natürlich über alle anderen Neuigkeiten rund um die Digitalstrategie.


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