veröffentlicht am 02. Juni 2022
von Christian Pfliegel, E-Learning-Entwicklung, Mission EineWelt

H5P – Grundlagen

H5P ist die Abkürzung für „HTML5 Package“. Mit Hilfe von HP5 ist es relativ einfach möglich interaktive (Lern-)Inhalte ohne Programmierkenntnisse zu erstellen, weshalb es in den vergangenen Jahren immer beliebter und verbreiteter wurde. Der vorliegende Text stellt H5P vor – Vor- und Nachteile, erste Hinweise zur Erstellung von Inhalten und Einsatzmöglichkeiten.

Wie ist H5P entstanden?

Moodle ist ein mächtiges und flexibles Learning-Management-System (LMS). Leider ist Moodle „Out-of-the-box“ wenig interaktiv und deshalb häufig unattraktiv. Das ursprüngliche Ziel bei der Entwicklung von H5P war es, genau diese Lücke zu schließen und Lehrkräften, bzw. Dozierenden einen Baukasten an die Hand zu geben, mit Hilfe dessen sie sehr leicht Lerninteraktionen erstellen können.
H5P wurde mit Fördergeldern der norwegischen Regierung finanziert. Mittlerweile arbeiten weltweit Entwickler:innen daran, koordiniert wird das Projekt von einem gemeinnützigen Verein. Die Webseite des H5P-Projekts lautet www.h5p.org (NICHT h5p.com!).

Was sind die Vorteile von H5P?

Mit H5P ist es Nicht-Programmier:innen möglich, sehr einfach (Lern-)Interaktionen zu erstellen. Vor allem im Vergleich zu anderen E-Learning-Autorentools wie Articulate Storyline oder Adobe Captivate, mit denen ebenfalls solche Interaktionen erstellt werden können, bietet H5P einige Vorteile:

  • H5P ist kostenlos: Dadurch kann problemlos und ohne Kosten probiert werden, ob es überhaupt zum eigenen Workflow passt.
  • H5P ist Open-Source: Da es nicht von einem kommerziellen Anbieter stammt ist sichergestellt, dass die Software auch noch in einigen Jahren laufen wird. Es kann nicht passieren, dass irgendwann eine benötigte Software oder Plattform abgeschaltet wird.
  • H5P basiert auf offener Webtechnologie (html5): Für die Nutzung muss keine App installiert werden, alles läuft direkt im Browser auf jedem Gerät, unabhängig vom Betriebssystem. Auch das Teilen und das Remixen von Inhalten durch Andere wird durch diese Offenheit leichter.
Was sind die Nachteile von H5P?

Um späteren Enttäuschungen entgegenzuwirken ist es wichtig, sich auch der Nachteile im Vorfeld bewusst zu sein:

  • H5P ist wenig flexibel: Die möglichen Interaktionen sind vorgeben. Wenn andere Interaktionen benötigt werden, ist dies nicht möglich. Auch die Anpassung von Buttons und der Darstellung ist nicht so ohne Weiteres möglich.
  • Eine längere Einarbeitung ist notwendig: Die Lernkurve ist in der Regel steil, dennoch wirkt die Bedienung gerade für Anfänger:innen teils kompliziert. Dazu kommt, dass die Technik nur die eine Ebene ist – noch aufwendiger ist es die passende Interaktion für die eigenen Inhalte zu finden.
Wie erstelle ich eigene H5P-Inhalte?

Als erste Anlaufstelle hat sich ein Besuch der Seite www.h5p.org bewährt. Dort findet sich eine Übersicht, welche Interaktionen aktuell verfügbar sind, inklusive Demos. Dies ist vor allem deshalb hilfreich, da laufend neue Interaktionen dazukommen.
Wichtig: Es muss kein Account angelegt werden!

Quelle: Screenshot www.h5p.org.

Eigene Inhalte können auf drei Arten erstellt werden (es ist auch problemlos möglich auf der einen Plattform anzufangen und später auf einer anderen weiterzuarbeiten. Auch die Bedienung ist immer gleich):

Quelle: Screenshot Lumi / H5P
Lumi.education

H5P-Inhalte lassen sich lokal und offline sehr komfortabel mit der Software lumi erstellen, die unter lumi.education kostenlos heruntergeladen werden kann.

Moodle

Seit Version 3.8 ist ist H5P fest in Moodle integriert, es muss also kein Plug-In mehr installiert werden. So können H5P-Inhalte sehr einfach direkt in Moodle erstellt und bereitgestellt werden. Eine interessante Möglichkeit ist, dass die Rechte in Moodle auch so vergeben werden, dass Teilnehmenden selbst H5P-Inhalte erstellen können, was didaktisch interessante Möglichkeiten eröffnet.

WordPress, Drupal und Co.

Auch in WordPress, Drupal und in vielen weiteren Content-Management-Systemen lassen sich H5P-Inhalte direkt erstellen. Hierfür ist die Installation eines Plug-Ins notwenig.

In den nächsten Wochen werden Artikel zu verschiedenen Praxisbeispielen von H5P & mehr folgen, abonnieren Sie die Newsletter, um über die neuesten Artikel informiert zu werden (s. Startseite).


Lizenz

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international Lizenz. Weitere Informationen finden Sie unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/
Materialien aus anderen Quellen sind klar kenntlich gemacht und unterliegen unter Umständen einer anderen Lizenz!
Die Lizenz soll bei Weiterverwendung wie folgt genannt werden: CC BY SA 4.0 Christian Pfliegel

Kategorien: Bildung