veröffentlicht am 1. Juni 2022
Sebastian Feder, Referent für E-Learning, EVHN

“Schau’ mir in die Augen …” – das eigene Bild in der Videokonferenz

Haben Sie sich auch schon des Öfteren gefragt, wieso das Gegenüber in der Videokonferenz so unangenehm auf Sie wirkt? In diesem Artikel erfahren Sie, wie diese Wirkung zu Stande kommt und wie Sie es selbst mit kleinen Kniffen anders gestalten können.

Videokonferenzen sind aus unserem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Umso verwunderlicher scheint es, dass sich manche Kolleg:innen noch wenige Gedanken über die Wirkung des eigenen Bildes in diesen Konferenzen gemacht haben.

Vielleicht lag das ungewohnte Bild des Gegenübers daran, dass die typische Laptop-Kameraperspektive vom schrägen Bildschirm aus nach oben gefilmt das Gesicht in Hollywood-Horrofilm-Manier monströs aussehen ließ?

Oder wirkte Ihr Gegenüber desinteressiert und abgelenkt, weil die Blickrichtung auf etwas ganz Anderes, für Sie nicht Sichtbares, gelenkt war?

Hat die Zimmerdecke mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil sie den meisten Platz im Bild eingenommen hat?

Vielleicht haben Sie das Gesicht und die Mimik auch einfach nur nicht gut erkennen können, weil es im Gegenlicht viel zu dunkel dargestellt wurde?

Mit wenigen Kniffen können Sie eine wesentlich angenehmere Wirkung erzeugen:

  • Stellen Sie die Kamera möglichst so auf, dass die Kamera-Linse auf Augenhöhe ist. Bei externen Webcams lässt sich das durch Aufklemmen auf den Bildschirm oft einfach lösen. Laptops dagegen können erhöht auf entsprechende Unterlagen gestellt werden. Damit dann das Tippen nicht unangenehm wird, empfiehlt sich eine externe Tastatur und Maus.
  • Im Raum sollte dabei die Hauptlichtquelle möglichst hinter der Kamera sein. Ein Schreibtisch gegenüber des Fensters ist für Videokonferenzen also wesentlich sinnvoller als quer dazu oder darunter. Künstliche Lichtquellen in der Mitte der Zimmerdecke können während der Konferenz durch indirekte Deckenstrahler oder Video-LEDs auf einem Stativ am Schreibtisch ersetzt werden.
  • In unserer zwischenmenschlichen Kommunikation ist der Augenkontakt äußerst wichtig. Wir nehmen sehr sensibel wahr, wenn der Blickwinkel um einen kleinen Winkel abweicht. Das Gegenüber fühlt sich direkt angesprochen, wenn es von dem/der Gesprächspartner:in direkt angesehen wird. Aus Sicht der Konferenzteilnehmenden bedeutet das, zumindest ab und an mal direkt in die Kamera-Linse zu sehen und eben nicht auf die Bilder der anderen Teilnehmenden.
  • Wenn sich Ihre Augen auf ca. auf 2/3 der Bildhöhe befinden, zeigen Sie weder zu viel Decke noch zu wenig Gesicht. In der grafischen Gestaltungslehre kommt Ihr Bild dann dem sogenannten “goldenen Schnitt” recht nahe.
  • Wenn Sie mit zwei Bildschirmen arbeiten, stellen Sie die Kamera so auf, dass Sie beim Blick auf den zweiten Bildschirm nicht mit der Nase am Bildrand kleben. Lassen Sie also in Blickrichtung mehr Freiraum als hinter Ihnen.

Mag sein, dass dies alles nach simplen Äußerlichkeiten klingt. Sie werden jedoch schnell merken, wie sehr sich diese auf die inhaltliche Arbeit auswirken.

Also kurz zusammengefasst:

  • Kamera-Linse auf Augenhöhe
  • Hauptlichtquelle möglichst hinter der Kamera
  • ab und an direkt in die Kamera-Linse sehen oder bei seitlichem Blick in Blickrichtung mehr Freiraum als hinter dem Kopf

So machen Sie schnell und unkompliziert einen angenehmeren Eindruck auf Ihr Gegenüber.

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